Bauherrenpreis für denkmalgerechte Modernisierung:
SWSG erhält eine „Besondere Anerkennung“
Die SWSG ist für ihre Bemühungen um die denkmalgerechte Modernisierung der Inselsiedlung ausgezeichnet worden. So wurde dem Projekt unlängst eine „Besondere Anerkennung des Deutschen Bauherrenpreises 2011/12“ der Aktion „Hohe Qualität – Tragbare Kosten“ zuerkannt.
Stuttgart, 28. Juli 2011
Seit 2007 ist die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) dabei, die in die Jahre gekommene Inselsiedlung in Stuttgart-Wangen wieder auf Vordermann zu bringen. Rund 100 der 383 Wohnungen sind bereits fertig gestellt worden. Insgesamt will die SWSG etwa 40 Millionen Euro in die Modernisierung investieren. Was an und für sich schon ein aufwändiges Unterfangen ist, bedarf in der Inselsiedlung noch einmal deutlich mehr Fingerspitzengefühl als anderswo. Denn die Wohnblöcke aus den Jahren 1923/30 sind denkmalgeschützt, zudem gilt die gesamte Siedlung als Kulturdenkmal. „Die Herausforderung ist, möglichst behutsam zu modernisieren und so den ursprünglichen Charakter der Siedlung wiederherzustellen. Gleichzeitig wollen wir Wohnraum herstellen, der den Ansprüchen des modernen Wohnens gerecht wird“, sagt Helmuth Caesar, der Technische Geschäftsführer der SWSG. Dass die SWSG diesen Spagat ausgezeichnet schafft, zeigt die jüngste Auszeichnung, derer sich die SWSG nun rühmen darf: Die Modernisierung der Inselsiedlung ist eines der Projekte, denen beim Deutschen Bauherrenpreis 2011/2012 eine Besondere Anerkennung der Aktion „Hohe Qualität – Tragbare Kosten“ zuerkannt worden ist. Anfang Januar 2012 wird die SWSG dafür im Rahmen der Internationalen Fachmesse DEUBAU in Essen ausgezeichnet. „Diese Auszeichnung freut uns sehr, zeigt sie doch, dass unsere Bemühungen im Bereich der Stadtreparatur und Denkmalpflege von der Fachwelt bemerkt und gewürdigt werden“, sagt Caesar. Auch sein Kollege Wilfried Wendel, Vorsitzender der Geschäftsführung ist begeistert: „Vor allem für unsere Mitarbeiter, die solche Projekte mit viel Engagement angehen, ist das eine tolle Bestätigung ihrer Arbeit.“
Die ersten Etappen hat die SWSG also erfolgreich gemeistert. „Das beflügelt uns, auf diesem Niveau weiterzumachen“, betont Caesar. Und langem Atem muss das städtische Wohnungsunternehmen auch beweisen, schließlich soll laut Plan erst 2015 mit dem neunten und letzten Bauabschnitt begonnen werden. „Ob wir alles wie geplant umsetzen können, hängt aber natürlich auch von den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ab. Schließlich achten wir bei allen Projekten auf ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit“, erklärt Wendel.
Behutsames Modernisieren
Bis dahin ist die Devise weiterhin „mit Feingefühl Modernisieren“. Denn das Ziel ist, die „wesensbestimmenden, gestaltprägenden und zeittypischen Details“ zu erhalten, wie Caesar betont. Doch wie sieht das in der Praxis aus? „Wir achten beispielsweise besonders auf die Farbgestaltung und die Detailausbildung“, sagt Caesar. Am Beispiel der Farbauswahl bedeutet das konkret Folgendes: „Bevor farblich etwas verändert wird, beauftragt die SWSG zunächst einen Experten, der ein bauhistorisches Farbgutachten erstellt. Auf dieser Grundlage wird dann die Farbauswahl geplant, die möglichst nahe an die Ursprungsfarbe herankommt“. Aber auch andere Details wie die Steingewände an den Eingängen, die steinernen Fensterbänke sowie Flachdach-Details seien so behutsam wie möglich restauriert worden. „Wir wollen möglichst nah an den Urzustand herankommen“, erklärt Caesar das aufwändige Bestreben. So sind auch die Balkone der Anmutung der 20er Jahre gestalterisch nachempfunden. „Früher waren die Balkone minimiert. Allerdings war das Wichtigste damals auch, ein Dach über dem Kopf zu haben. Heute sind die Anforderungen an eine Wohnung natürlich ganz anders“, schildert Caesar und hat dabei nicht nur die Balkone im Blick. Denn auch die ursprüngliche Größe der Zimmer ist längst nicht mehr zeitgemäß. „Aufgrund der Weltwirtschaftskrise in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, hat die Stadt in Zeiten großer Wohnungsarmut überwiegend Kleinwohnungen gebaut“, erläutert Caesar. Zur damaligen Zeit galten die Wohnungen zwar trotz ihrer Größe als funktional und flexibel, doch diese Zeit ist lange her. „Vor der Modernisierung gab es überwiegend Einheits-2-Zimmer-Wohnungen. Wir wollen aber eine geeignete Mischung mit zeitgemäßen 2- bis 5-Zimmer-Wohnungen erreichen und verändern deshalb bei Bedarf auch Grundrisse“, sagt Wendel. Auf diese Weise wird die Inselsiedlung auch für Familien mit Kindern interessanter.
Auch in punkto „Energetische Optimierung“ hat sich die SWSG ehrgeizige Ziele gesetzt. So wird bei der derzeitigen Baumaßnahme entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 der Standard „Energieeffizienzhaus 115“ erreicht. Als Wärmeversorgung ist der Anschluss an ein Blockheizkraftwerk vorgesehen. Zudem gibt es neue Fenster und Türen, ein Wärmedämm-Verbundsystem auf den Außenwänden, Dämmung auf dem Dach und unter der Kellerdecke.
Ein Viertel ist bereits modernisiert
Bislang hat die SWSG rund 14,3 Millionen Euro in die Inselsiedlung investiert, rund 100 der 383 Wohnungen sind bereits fertig. Seit Mai 2011 wird an der Geislinger Straße 57 A - F gebaut – es ist mittlerweile der fünfte Bauabschnitt. Für 3,4 Millionen Euro werden hier 32 in 25 Mietwohnungen umgewandelt. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2012 abgeschlossen sein.
Aber auch in den Außenbereichen tut sich etwas. So werden im Zuge jeder Modernisierung Mietergärten angelegt. „Statt ungenutztes Abstandsgrün war uns sehr an Mietergärten und mehr Privatsphäre für unsere Mieter gelegen“, sagt Caesar. „Auch hier fügen sich aber die Mietergärten in die lineare Struktur der Zeilen ein“, so Caesar weiter. Er ist überzeugt, dass das typische Zeilenbauensemble aus der Zeit der Weißenhofsiedlung nach der Modernisierung seine bauhistorische Bedeutung offenbaren werde. „Die Siedlung wird nicht nur die Bewohner beeindrucken, sondern dann ganz bestimmt auch weitere architekturinteressierte Besucher anziehen“, ist Caesar sicher.
Zusätzliche Informationen erhalten Sie bei:
Stuttgarter Wohnungs- und
Städtebaugesellschaft mbH
Stephanie Wachtarz
Augsburger Straße 696
70329 Stuttgart
Tel.: 0711 9320-430
Fax: 0711 9320-120