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„Damit die Würde bleibt“: Demenz-Fachtagung im Stuttgarter Rotebühlzentrum
Demenz2Geduld, Begleitung statt Betreuung, Aufklärung, Verständnis, Unterstützung, Würde, selbstbestimmtes Leben – es sind Schlagworte, wie diese, die auf der Fachtagung „Demenz“ immer wieder genannt werden. Gemeinsam diskutierten Experten aus allerlei Fachbereichen über Möglichkeiten, die Weichen für ein würdiges Leben mit der Krankheit „Demenz“ zu stellen.

Stuttgart, 3. Februar 2012

Allein die Fakten lösen zumeist Unbehagen aus – rund eine Million Demenzkranke gibt es in Deutschland, rund 200.000 Menschen erkranken jährlich an der Krankheit. Ebenso ernüchternd sind die Zukunftsprognosen: Stand heute wird jeder Zweite bis Dritte von uns einige Jahres seines Lebens von einer Demenzerkrankung begleitet werden. Auch das Schicksal des ehemaligen Schalke-Managers Rudi Assauer, der diese Woche seine Alzheimer Erkrankung öffentlich gemacht hat, rüttelt wach. Prominente Beispiele wie US-Präsident Ronald Reagan, Hollywoodstar Charlton Heston oder Schauspielerin Inge Meysel machen gleichfalls deutlich, dass Demenz jeden betreffen könnte. Umso wichtiger ist es, das Thema „Demenz“ zu enttabuisieren. Darin sind sich die Organisatoren der Fachtagung „Demenz“ – das Netzwerks Demenz Stuttgart und der Stuttgarter Treffpunkt Senior – einig. „Wir müssen das Thema in der Breite bekannter machen“, sagt etwa Professor Stephan Ferdinand von der Stuttgarter Hochschule der Medien, der als Moderator durch den Tag führte. Bei den rund 200 Zuhörern rennt er mit dieser Forderung offene Türen ein. Denn wie bei den vielen Gesprächen am Rande der Tagung deutlich wird, wünschen sich Experten querbeet durch alle Arten von Einrichtungen, Vereinen und Institutionen eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die Krankheit „Demenz“.

Demenz unterscheidet nicht nach Geschlecht, Bildung, Herkunft oder Kultur. Daher lohnt es sich, das Thema interdisziplinär zu betrachten. Entsprechend bunt gemischt präsentierte sich folglich auch die Teilnehmerliste der Fachtagung. Aus diesem Blickwinkel betrachtet erscheint auch die Unterstützung der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG) als nicht mehr ganz so „außergewöhnliche Allianz“ (Ferdinand). Denn die Beschäftigung mit Demenz offenbart auch die Notwendigkeit, sich der Frage zu stellen, wie Erkrankte möglichst lange, möglichst selbstbestimmt in ihren Wohnungen wohnen bleiben können. „Im Umgang mit demenzkranken Mietern erhalten wir fachliche Unterstützung von unserer Abteilung Sozialmanagement. Generell sind wir hier aber noch am Anfang“, stellt Wilfried Wendel, der Vorsitzende der Geschäftsführung der SWSG, fest. Er erhofft sich von der Tagung vor allem Impulse für die Planung des weiteren Vorgehens der SWSG. Isabel Fezer, Sozialbürgermeisterin der Landeshauptstadt Stuttgart, betonte den Bedarf, das Thema „Demenz“ mehr in den Fokus zur rücken, ebenfalls ausdrücklich. Es gelte, Netzwerke zu stärken, die Diagnosefähigkeit zu verbessern und auch die Krankenkassen mit ins Boot zu nehmen.

Ziel der Tagung war, sich über Ansichten, Vorstellungen und Visionen auszutauschen, wie unser Leben mit Demenz in 30 Jahren aussehen kann. Neben den Dialoggruppen, in denen sich die Teilnehmer austauschen konnten, berichteten renommierte Experten wie Dr. Horst Christian Vollmar vom Deutschen Zentrum für Neurogenerative Erkrankungen, Prof. Andreas Kruse von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Prof. Thomas Klie von der Evangelischen Hochschule in Freiburg und Dr. Heidrun Mollenkopf vom BAGSO Expertenrat in Freiburg über ihre Forschungen und Erfahrungen auf dem Gebiet der Altersforschung und der Demenzerkrankungen. „Es ging nicht um fertige Konzepte, sondern vielmehr darum, gemeinsam Visionen zu entwickeln, die unseren Bedürfnissen in der Zukunft gerecht werden können – das ist uns heute auch gelungen“, erklärt Wendel. Ein wünschenswertes Szenario zeichnete dabei Dr. Vollmar mit seiner Vision, Demenz zu meistern. „Das bedeutet, dass sich die Versorgungssituation deutlich verbessern kann, wenn ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet“, sagt Vollmar. Es ginge darum, gesellschaftliche Ressourcen zu bündeln und innovative Wohnkonzepte zu entwickeln. Sein Fazit: „Die gute Botschaft ist: Es gibt positive Szenarien für ein Leben mit Demenz – jede Investition in eine gute Versorgung zahlt sich aus.“ Zu dieser positiven Botschaft passt der Bericht der „Zeit“, die 2011 unter dem Titel „Damit die Würde bleibt“ Menschen vorstellt, die ihrer Krankheit offen begegnen. Oder wie Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer passend feststellt: „Demenz kann auch als Chance verstanden werden.“
Demenz1Zusätzliche Informationen erhalten Sie bei:

Stuttgarter Wohnungs- und
Städtebaugesellschaft mbH

Stephanie Wachtarz
Augsburger Straße 696
70329 Stuttgart
Tel.: 0711 9320-430
Fax: 0711 9320-120

Demenz3 Pressemitteilung zum Download
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