Verantwortungsvoller Klimaschutz für Stuttgart

Die Vereinbarkeit von ökologischer Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und dem sozialen Auftrag ist einerseits grundlegender Unternehmenszweck der SWSG, andererseits aber auch eine ihrer größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Energieeinsparung, Energieeffizienz, die Nutzung regenerativer Energiequellen und eine ressourcenschonende Bauweise sind daher die Basis für die Entwicklung des Gebäudebestands. Mit diesen Bestrebungen unterstreicht die SWSG ihr Verantwortungsbewusstsein für die Stadt und ihre Bürger*innen und verfolgt dabei das Ziel, in Sachen Klimaschutz mit gutem Beispiel voranzuschreiten. Als Leitplanke und Orientierungshilfe für das zukünftige Handeln im Bereich des Klimaschutzes dient die SWSG-Klimastrategie. Grundlage der ökologischen Zielsetzung und des Handelns der SWSG sind die aus dem Weltklimavertrag von Paris resultierenden CO2-Minderungsziele sowie die daraus von der EU, der Bundesrepublik Deutschland, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart abgeleiteten Ziele.

Das zentrale Instrument für die Entwicklung und Steuerung der Klimastrategie ist die jährliche Treibhausgasbilanzierung des Gebäudebestands. Darauf aufbauend hat das Unternehmen seine Klimaziele für 2030 definiert, die eine Senkung der flächenspezifischen Treibhausgasemissionen um 35 bis 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2010 vorsehen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten und unter Berücksichtigung der Mietenverträglichkeit wird die SWSG darüber hinaus größtmögliche Anstrengungen unternehmen, um die für das 1,5°C-Szenario erforderliche Reduktion von minus 45 Prozent für den Zeitraum 2010 bis 2030 zu erreichen.

Grundsätzlich setzt die SWSG zur Schaffung von kostengünstigem Wohnraum in ausreichendem Umfang und zur Erreichung der selbst gesteckten Klimaziele auf eine nachhaltig hohe Neubauleistung.

Der Weg zur Klimaneutralität

Zur Erreichung der dargelegten, ambitionierten SWSG-Klimaziele für das Jahr 2030 wurde auf Basis der Auswertung der Energie- und Treibhausgasbilanzierung des Gebäudebestands des Jahres 2018 ein umfangreiches, mit handlungsfeldbezogenen Zielwerten hinterlegtes Maßnahmenpaket für den Zeitraum 2020 bis 2030 abgeleitet. Die SWSG hat dabei die Erreichung der Klimaneutralität fest im Blick. Die entsprechenden Maßnahmen lassen sich in vier Säulen der SWSG-Klimastrategie
differenzieren:

Säule 1: Neubau

Im Neubau setzt die SWSG bereits seit einigen Jahren auf den energie- und kosteneffizienten Energiestandard des KfW-Effizienzhaus 55. Darüber hinaus werden anhand von Plusenergie Referenzprojekten auch die Wirksamkeit und die bezahlbare Umsetzbarkeit hochambitionierter energetischer Standards untersucht. Grundsätzlich setzt die SWSG zur Schaffung von kostengünstigem Wohnraum in aus-reichendem Umfang und zur Erreichung der selbst gesteckten Klimaziele auf eine nachhaltig hohe Neubauleistung.

Säule 2: Energetische Modernisierung

Bei energetischen (Gebäude-)Modernisierungen setzt die SWSG vorrangig auf den energie- und kosteneffizienten KfW-Effizienzhaus-100-Standard, sofern dies technisch und wirtschaftlich vertretbar ist. Parallel werden auch hier Pilotprojekte mit noch ambitionierteren Energiestandards auf ihre Umsetzbarkeit untersucht.

Säule 3: CO2-arme Energieversorgung

Das langfristige Ziel der Klimaneutralität kann nicht ausschließlich durch eine Optimierung der Gebäudehüllen von Neubauten und Bestandsgebäuden erreicht werden. In der Regel verbleibt ein zu deckender Energiebedarf, dessen Höhe so weit wie möglich begrenzt werden muss. Zur Deckung dieses verbleibenden Energiebedarfs setzt die SWSG neben gebäudebezogenen regenerativen Energien (darunter insbesondere Wärmepumpen) vor allem auf grüne Nah- und Fernwärme.

Im Strombereich setzt die SWSG ebenfalls auf erneuerbare Energien: Neben 100 Prozent Ökostrom als Allgemeinstrom liegt der Fokus vor allem auf der Erzeugung von CO2-freiem Strom durch Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) oder auch CO2-armem Strom durch Blockheizkraftwerke. Insbesondere bei den PV-Anlagen wird eine Beteiligung der Mieter*innen in Form eines Mieterstromangebots durch einen Dienstleister angestrebt.

Säule 4: Nutzerorientierung

Im Zentrum des Handelns der SWSG stehen die Mieter*innen. Die Unterstützung von PV-Mieterstromanlagen und ein effizienter Heizanlagenbetrieb zählen dabei zu den Maßnahmen, die neben einem positiven Umwelteffekt auch zur Minimierung der Nebenkosten beitragen. Technische Lösungen, wie beispielsweise Smarthome-Systeme, odergezielte Mieterinformationen zu spezifischen Energiethemen tragen wesentlich zur positiven Beeinflussung des Nutzerverhaltens bei.

Übergeordnet gilt: Die Maßnahmen zur energetischen Optimierung werden immer im Gesamtkontext bewertet. „Wir treffen Entscheidungen stets im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit unter Abwägung der damit verbundenen Konsequenzen“, erklärt Dr. Mathieu Riegger, Leiter Strategisches Energiemanagement. „Eine moderate und soziale Mietpreisgestaltung einschließlich möglichst geringer Nebenkosten für Heizung, Warmwasser und Strom sowie ökonomisch solides Handeln müssen bei der Umsetzung unserer ökologischen Ziele grundsätzlich gegeben sein.“

Im Zeitraum 2010 bis 2019 hat die SWSG bereits eine Reduktion der witterungsbereinigten, flächenspezifischen Treibhausgasemissionen um 18 Prozent erreicht. Den wesentlichen Beitrag hierzu haben die Maßnahmen in den Kern-Handlungsfeldern energetische Modernisierung und Neubau (einschließlich des Abrisses energetisch und flächennutzungstechnisch sehr ineffizienter Altbauten) geleistet. Die durchschnittlichen, flächenspezifischen CO2,äq-Emissionen des Gesamtbestands konnten hierdurch um 7,8 bzw. 8,2 Prozent reduziert werden. Darüber hinaus hat sich die bereits erfolgte Umstellung des Allgemeinstroms auf Ökostrom in allen SWSG-Liegenschaften positiv auf die SWSG-Treibhausgasbilanz ausgewirkt. In 2019 konnten auch in den nicht direktdurch die SWSG beeinflussbaren Handlungsfeldern Erfolge vermeldet werden: So trugen beispielsweise verringerte Treibhausgas-Emissionsfaktoren von Strom und Fernwärme sowie ein verbessertes Nutzerverhalten ebenfalls zur Treibhausgaseinsparung bei. Bezogen auf das Jahr 2010 liegt die Gesamteinsparung der Treibhausgasemissionen somit bei 21,1 Prozent.

Die Umsetzung der SWSG-Klimastrategie wird einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen und an die jeweils aktuellen technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen angepasst. Als maßgebliche Bewertungskenngrößen dienen hierbei der witterungsbereinigte, auf die Mietfläche bezogene Treibhausgasausstoß des gesamten SWSG-Bestands und die Einsparziele der wesentlichen Handlungsfelder. Auf diese Weise evaluiert die SWSG ihr eigenes Handeln und schreibt ihre Klimastrategie kontinuierlich fort.