Preiswert & smart

Die SWSG schafft Wohnraum mit Smarthome-Technologie für Mitarbeiter*innen des Klinikums Stuttgart

Wenn Lea Brandhuber morgens zur Arbeit geht, packt sie keinen Schlüssel in ihre Tasche: „Den brauche ich nicht, die Eingangs- und Apartmenttür lassen sich per Fingerscan öffnen.“ Die junge Frau ist eine von über 100 Bewohner*innen eines besonderen Gebäudes: Das siebenstöckige Haus in der Senefelderstraße steht nur Angestellten des Klinikums Stuttgart zur Verfügung und ist komplett mit Smarthome-Technologie ausgestattet. „Anfangs war es eine Umstellung, dass sich so vieles über die App steuern lässt, aber ich habe mich schnell an den Komfort gewöhnt“, berichtet die 23-Jährige, die im Oktober 2020 als eine der ersten Mieter*innen in das Apartmenthaus zog. Mittlerweile nutzt sie fast alle Funktionen der Smarthome-Technologie. Diese erlaubt den Mieter*innen beispielsweise eine individuelle Steuerung ihres Energieverbrauchs und reguliert, wo möglich, nach.

Die Videosprechanlage am Eingang erhöht die Sicherheit.
Die Videosprechanlage am Eingang erhöht die Sicherheit.

So sind die Apartments beispielsweise mit praktischen Präsenzmeldern ausgestattet. Wird über einen längeren Zeitraum keine Anwesenheit registriert, versetzt sich das Apartment in den Stand-by-Modus und schaltet zum Beispiel Lichter aus.

Über eine App auf dem Smartphone lassen sich Türen öffnen, Jalousien schließen und die Temperatur regeln – auch von unterwegs. Features, die mehr sind als Spielereien: „Natürlich probiert man am Anfang alles aus, aber schnell ist klar, dass die vielen Funktionen den Alltag erleichtern“, findet Patric Zahorejko. Der 50-Jährige lebt seit Dezember 2020 in der Senefelderstraße. Er arbeitet in der Haustechnik des Stuttgarter Klinikums: „Ich habe regelmäßige Arbeitszeiten und gleich nach meinem Einzug über den Laptop alle Details für mein Zuhause konfiguriert,“ berichtet er. „In der kalten Jahreszeit startet die Heizung zum Beispiel eine halbe Stunde, bevor ich nach Hause komme“, so Zahoreijko weiter. Anders ist es bei Lea Brandhuber: Sie absolviert eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegenden, das heißt, sie arbeitet in Schichten und macht auch hin und wieder Überstunden. „Wann in meinem Apartment die Heizung laufen soll, ist dann tagtäglich unterschiedlich. Für mich ist die individuelle Regulierung über das Smartphone sinnvoll“, erklärt Brandhuber.

Praktisch finden beide die Funktion, über ihr Smartphone die Türe öffnen zu können: „Wenn meine Freundin vor der Türe steht, ich aber noch unterwegs bin, muss sie nicht draußen warten“, erzählt Zahorejko. Auch Wohnungsbesichtigungen können – wie etwa während der Corona-Pandemie – ohne die Anwesenheit von SWSG-Mitarbeiter*innen durchgeführt werden: Den Interessent*innen wird in einem bestimmten Zeitfenster Zugang zu einem bestimmten Apartment gewährt, die Zugangskontrolle kann dann über die Video-Kamera am Eingang sowie über das Smartphone der SWSG-Mitarbeiter*innen gesteuert werden. Die Videosprechanlage sowie die vernetzten Rauchmelder sorgen für Sicherheit im Gebäude. Letztere gewährleisten, dass die Bewohner*innen in einem Brandfall nicht nur durch einen Signalton gewarnt werden, sondern auch die Lichter in den Apartments angehen und Rollläden nach oben fahren.

Temperatur, Licht und Rollläden kann Patric Zahorejko über  die App steuern – im Apartment oder unterwegs.
Temperatur, Licht und Rollläden kann Patric Zahorejko über die App steuern – im Apartment oder unterwegs.

Der Alltag der Bewohner*innen wird zudem durch eine intelligente Packstation erleichtert: Paketdienstleister*innen können über die Paketboxen Lieferungen sowohl zustellen als auch abholen. Die Mieter*innen erhalten über ihr Smartphone eine Benachrichtigung über eingegangene Pakete. Auch das Wäschewaschen kann per Smartphone gebucht werden: „Ich sehe, wann eine Waschmaschine frei ist, und werde auch per Push-Nachricht informiert, sobald die Maschine fertig ist“, erläutert Brandhuber.

Patric Zahorejko ist überzeugt, dass durch die technischen Extras die Energiekosten reduziert und Ressourcen geschont werden können: „Ich heize beispielsweise ja nur dann, wenn ich auch da bin; und die Präsenzmelder im Apartment sorgen auch dafür, dass das Licht nicht unnötigerweise brennt.“ Über die digitalen Zähler, so-genannte Smart Meter, haben Bewohner*innen und Betreiber gleichermaßen die Möglichkeit, die laufenden Kosten jederzeit abzurufen und einzusehen. Dadurch wird den Bewohner*innen zum einen maximale Transparenz in Bezug auf ihre Verbräuche gewährt, zum anderen lassen sich damit stichtaggenau Abrechnungen erstellen und auch bei Mieterwechsel kann der Verbrauch abgefragt werden.

In ihrem neuen Zuhause fühlen sich Brandhuber und Zahorejko gleichermaßen wohl: „Das Haus ist sehr modern, mir gefällt es hier gut“, meint der Techniker. „Auch die Ausstattung, die möblierte Küche, die Einbauschränke und das Badezimmer machen das Wohnen hier sehr angenehm“, so Zahorejko weiter. „Ich habe zuvor in einer WG gewohnt“, berichtet Brandhuber. „Nun habe ich mein eigenes Reich, das deutlich komfortabler und moderner ist. Meine ehemalige Mitbewohnerin hat übrigens das Apartment neben meinem bezogen – so wohnen wir quasi wieder zusammen“, freut sich die Auszubildende.

Personlawohnungen

Für das Klinikum Stuttgart erstellt die SWSG an mehreren Standorten in der Landeshauptstadt Personalwohnungen. Den Mitarbeiter*innen des Klinikums wird dadurch preiswerter und meist nah am Arbeitsort gelegener Wohnraum geboten. 2021 wird beispielsweise mit dem Bau von 329 Wohnungen für Mitarbeiter*innen des Klinikums am Prießnitzweg begonnen. Insgesamt entstehen in den kommenden Jahren ca. 800 Plätze in ca. 650 Wohneinheiten für das Klinikpersonal.

Senefelderstraße & Smarthome

Das Gebäude an der Senefelderstraße im Stuttgarter Westen war einst ein Schwesternwohnheim mit Einzelzimmern und gemeinschaftlich genutzten Waschräumen und Küchen. Die SWSG hat das siebenstöckige Haus einer grundlegenden Umnutzung unterzogen, durch die 102 Apartments mit einer Wohnfläche von 16,5 bis 32,8 Quadratmetern und sieben Zwei-Zimmer-Wohnungen entstanden sind.

Sowohl in der Gestaltung der Grundrisse als auch in der Ausstattung und Infrastruktur wurde darauf geachtet, die Immobilie für die Zukunft zu rüsten. Die Smarthome-Technologie erlaubt den Mieter*innen zum einen eine individuelle Steuerung ihres Energieverbrauchs und reguliert gegebenenfalls nach. Zum anderen erleichtern viele komfortable Lösungen den Alltag.

Der Einsatz der Smarthome-Technologie in der Senefelderstraße ist für die SWSG ein Pilotprojekt. Ziel ist es, eine spezielle Lösung für die Bewohner*innen des Gebäudes einzusetzen, die ihnen sowohl hohen Komfort bietet als auch gleichzeitig an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden kann. Die Funktionsfähigkeit und die Vorteile für Bewohner*innen und die SWSG werden in
den kommenden Monaten weiter evaluiert.

Vorteile in der Bewirtschaftung

Durch die Smarthome-Technologie vereinfachen sich einige Vorgänge für die SWSG: Beispielsweise können Rauchwarnmelder aus der Ferne gewartet werden oder Fehlfunktionen schneller verortet werden. Wohnungsbesichtigungen können über das schlüssellose Zugangssystem einfacher gehandhabt werden, und bei Mieterwechsel wird die entsprechende Wohnung von der Verwaltung einfach über einen Klick in der Konfiguration auf den Werkszustand zurückgesetzt.

Durch die digitalen Zähler wird den Bewohner*innen zum einen maximale Transparenz in Bezug auf ihre Verbräuche gewährt, zum anderen lassen sich damit stichtaggenau Abrechnungen erstellen und auch bei Mieterwechsel kann der Verbrauch abgefragt werden.