Steigende Energiekosten

Die Energiemärkte befinden sich in einem Ausnahmezustand: Weltweit steigen die Preise für Energie und Rohstoffe; zudem droht eine Mangellage. Daher sind wir alle dazu aufgerufen, Energie und Ressourcen – wo immer möglich – einzusparen.

Die SWSG hat die volatile Lage im Blick und verfolgt die aktuelle Diskussion rund um das Thema Energieversorgung und -einsparziele sehr intensiv. Für das Jahr 2022 liegen die Gasbezugskosten für SWSG Mieter*innen, auf der Basis der aktuellen gesetzlichen Regelungen, auf einem ähnlichen Preisniveau wie im Jahr 2021. Es ist jedoch auf den Energiemärkten von weiterhin steigenden Preisen auszugehen, sodass wir als vorsorgende Maßnahme eine Anpassung der Heizkostenvorauszahlung im Zuge der Nebenkostenabrechnung 2021 vornehmen. Zudem überprüft die SWSG die Heizanlageneffizienz. Damit soll vor der kommenden Heizperiode sichergestellt sein, dass alle von der SWSG betriebenen und gesteuerten Zentralheizanlagen so energiesparend wie möglich eingestellt sind.

Alle Informationen dazu sowie nützliche Tipps zum Energiesparen haben wir Ihnen im Folgenden zusammengestellt.

1. Warum passt die SWSG die Heizkostenvorauszahlung an?

Ohne proaktive Anpassung der Heizkostenvorauszahlungen hätten die steigenden Energiekosten hohe Nachzahlungen für Sie zur Folge. Um diesen aktiv entgegenzuwirken, passen wir 2022 die Heizkostenvorauszahlung für das laufende und das kommende Jahr an.

2. Wie hoch fallen die Anpassungen aus?

Wir passen die Heizkostenvorauszahlung auf Basis des tatsächlichen Abrechnungsergebnisses aus dem Jahr 2021 um 60 Prozent an. Dies berücksichtigt die aktuellen Entwicklungen; für die zukünftigen Entwicklungen und eventuell angepassten gesetzlichen Regelungen sind keine seriösen Vorhersagen möglich. Durch die Anpassung der Heizkostenvorauszahlungen wirken wir einer hohen Nachzahlung bei Ihren zukünftigen Nebenkostenabrechnungen entgegen.

3. Wen betrifft diese Anpassung?

Die Anpassung betrifft alle Mieter*innen, die eine Heizkostenabrechnung durch die SWSG erhalten.

4. Ab wann gilt die Anpassung?

Das genaue Anpassungsdatum entnehmen Sie bitte Ihrer Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2021.

5. Was passiert, wenn die tatsächlichen Heizkosten höher liegen?

Die Anpassung der Heizkostenvorauszahlung ist eine vorbeugende Maßnahme. Sollten die tatsächlichen Heizkosten höher liegen, kann es trotz dieser Anpassung noch zu etwaigen Nachzahlungen kommen. Bitte beachten Sie, dass die Höhe der Heizkosten auch maßgeblich durch Ihr Verbrauchsverhalten bestimmt wird.

6. Was passiert, wenn die tatsächlichen Heizkosten niedriger ausfallen?

Sollten die tatsächlichen Heizkosten niedriger ausfallen, wird Ihre zukünftige Vorauszahlung entsprechend herabgestuft und Sie erhalten ein Guthaben mit Ihrer nächsten Abrechnung.

7. An wen kann ich mich bei Rückfragen wenden?

Bei Rückfragen steht Ihnen Ihr*e Kundenbetreuer*in gerne zur Verfügung.

1. Was passiert bei der Überprüfung der Anlageneffizienz?

Um Energie einzusparen, stellt die SWSG alle von ihr betriebenen und gesteuerten Gasheizanlagen auf den Prüfstand. Dabei werden alle Parameter überprüft und gegebenenfalls auf eine effizientere und damit energiesparendere Stufe eingestellt. Die Vorgaben zur geschuldeten Mindesttemperatur halten wir dabei selbstverständlich ein.

2. Was hat es mit der geschuldeten Mindesttemperatur auf sich?

Gegenwärtig gelten die Regelungen, dass die geschuldete Mindesttemperatur in Wohn- und Büroräumen (auch Bad und Toilette) in der Zeit von 6:00 bis 23:00 Uhr mindestens 20 °C beträgt, in sonstigen Nebenräume in der Zeit von 6:00 bis 23:00 Uhr mindestens 18 °C sowie in der Zeit von 23:00 bis 6:00 Uhr in allen Wohnräumen mindestens 18 °C. Diese durch die Rechtsprechung geprägten Vorgaben werden auch zukünftig eingehalten.

3. Welche konkreten Maßnahmen für die Anlageneffizienz setzt die SWSG um?

Gebäudeindividuell überprüfen wir die Heizgrenze, die Heizkurve sowie die eingestellte Warmwassertemperatur (heißes Trinkwasser) und senken diese gegebenenfalls ab.

4. Ab wann werden diese Maßnahmen umgesetzt?

Die Maßnahmen werden voraussichtlich bis zum Beginn der Heizperiode 2022/2023 umgesetzt.

5. Bei welchen Heizanlagen werden die Maßnahmen umgesetzt?

Die Überprüfung und ggf. Anpassung erfolgt im ersten Schritt bei allen zentral von der SWSG betriebenen Gasheizungen.

6. Muss für die Überprüfung und Anpassung die Handwerksfirma in meine Wohnung?

Nein, die Arbeiten werden an der zentralen Heizungsanlage vorgenommen.

7. Was passiert in Kitas oder speziellen Wohnobjekten für Senior*innen oder Menschen mit besonderen Bedarfen?

Hier gelten andere Vorgaben für Mindesttemperaturen, aus diesem Grund erfolgt hier keine Anpassung.

8. Was hat es mit der Reduzierung der Heizgrenze auf sich?

Als Heizgrenze wird die Außentemperatur bezeichnet, unterhalb der mit dem Heizen begonnen wird. Durch eine Reduzierung der Heizgrenze kann vor allem in den Übergangszeiten im Herbst und Frühling viel Energie gespart werden. Hierzu wird der Heizkreislauf bei milden Außentemperaturen abgeschaltet, wenn die Mindesttemperatur auch ohne Heizung erreicht werden. Die optimale Heizgrenze ist unter anderem abhängig vom energetischen Gebäudestand. Daher erfolgt die Festlegung der Heizgrenze gebäudeindividuell.

9. Welche Konsequenzen hat die Anpassung der Heizkurve?

Mit der Heizkurve wird eingestellt, welche (Vorlauf-)Temperatur dem Heizkreislauf bei welcher Außentemperatur zur Verfügung gestellt wird. Das Ziel einer optimal eingestellten Heizkurve ist die Erreichung der geschuldeten Raumtemperaturen mit möglichst geringen Vorlauftemperaturen. Bei milden Außentemperaturen ist die Vorlauftemperatur also niedrig, somit sind die Heizkörper lauwarm. Bei tiefen Außentemperaturen werden die Heizkörper mit höheren Heizwassertemperaturen versorgt. Eine optimal eingestellte Heizkurve sorgt für verminderte Wärmeverluste, einen effizienten Heizanlagenbetrieb, eine bessere Regelung der Raumtemperaturen und spart dadurch Energie. Ihre Raumtemperatur können Sie auch nach Anpassung der Heizkurve wie bisher durch die Einstellung Ihrer Heizkörperthermostate oder die Regler Ihrer Fußbodenheizung regulieren.

10. Was bedeutet die Reduktion der Warmwassertemperatur (heißes Trinkwasser) für mich als Mieter*in?

Die Warmwassertemperatur wird im Zuge der Anlagenüberprüfung ebenfalls bewertet. Hier kann es gegebenenfalls zu geringen Reduktionen kommen, von denen Sie als Mieter*in keine Veränderungen spüren. Die Wassertemperatur wird weiterhin auf einem Niveau eingestellt sein, das entsprechend den geltenden Regularien Sicherheit vor Legionellen bietet.

11. Wer bezahlt die Kosten, die für die Prüfung der Anlageneffizienz sowie der Umstellung anfallen?

Die Umstellungskosten trägt die SWSG.

Heizen & Lüften
  1. Raumtemperatur um ein Grad absenken: Wer die Temperatur um 1 °C senkt, spart damit rund sechs Prozent Heizenergie ein. Auf Thermostaten entspricht Stufe 3 ca. 20 °C Raumtemperatur und Stufe 2 ca. 16 °C. Jeder Strich zwischen den Zahlenstufen entspricht ca. einem Grad Celsius.
  2. Ein Raumthermometer kann zusätzlich helfen, die Temperaturen richtig einzuschätzen und verhindert, die Heizung weiter aufzudrehen. Wer lange sitzt, wird beispielsweise die Heizung eher höher drehen. Hier lieber einen Blick auf die Temperatur werfen. Manche Modelle zeigen außerdem die Luftfeuchtigkeit an. Das hilft beim Lüften und dabei, Schimmelbildung zu vermeiden.
  3. Richtiges Lüften: Durch Stoßlüften wird Schimmelbildung vermieden. Öffnen Sie dafür dreimal täglich für fünf Minuten die Fenster. Idealerweise öffnen Sie die Fenster gegenüberliegender Räume gleichzeitig. Dieses Querlüften beschleunigt den Luftaustausch. Drehen Sie beim Lüften den Thermostat an der Heizung ab (Schneeflocken-Symbol). Bitte beachten Sie: Dauerhaft gekippte Fenster sind ein Energiefresser und können außerdem durch Auskühlung der Wände zu Schimmelproblemen führen.
  4. Während der Heizperiode die Rollläden nachts herunterlassen: So gelangt keine Wärme nach draußen.
  5. Heizkörper den nötigen Raum geben: Bedecken Sie Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen, da sich ansonsten die Heizwärme nicht richtig verteilen kann. Vermeiden Sie außerdem ein häufiges Hoch- oder Herunterdrehen der Thermostate und versuchen Sie eher die Temperatur über längere Zeit konstant einzustellen.
  6. Absenkung der Heiztemperatur: Nachts oder bei längerer Abwesenheit lohnt es sich, die Heiztemperatur um einige Grad abzusenken.
  7. Energieberatung: Nehmen Sie eine Energieberatung und „Energie-Checks“ in Anspruch, um weitere Einsparpotenziale auszumachen.
Bad & Waschen
  1. Zum Händewaschen und Zähneputzen kaltes Wasser verwenden: Bei Verwendung von kaltem Wasser sparen Sie viel Geld und Energie. Wenn der Hebel des Wasserhahns immer rechts steht, wird außerdem verhindert, dass die Heizung oder der Durchlauferhitzer anspringt, wenn Sie vielleicht gar kein warmes Wasser verwenden möchten. Bitte beachten Sie, dass Sie regelmäßig an allen Wasserhähnen auch warmes Wasser abnehmen – dies beugt einem Legionellenbefall vor.
  2. 50 % Energie beim Waschen sparen: Wenn die Wäsche statt bei 60 °C nur bei 40 °C gewaschen wird, spart das 50 Prozent des Stroms ein. Bei 30 °C sind es sogar zwei Drittel weniger! Noch einfacher: Benutzen Sie das Eco-Programm der Waschmaschine. Die Waschgänge dauern häufig länger, jedoch kann dann das Waschmittel besser einwirken und die Wäsche wird somit bei niedrigerer Temperatur sauberer und das mit weniger Wasser. Mit dem Eco-Programm sparen Sie also Strom und Wasser. Sinnvoll ist es jedoch durchaus, ab und an ein Programm bei 60 °C zu verwenden, um sicherzugehen, dass Waschmittelrückstände und Bioorganismen vollständig weggespült werden. Das Eco-Programm gibt es auch bei Spülmaschinen.
  3. Wäsche trocknen ohne Strom: Trocknen Sie ihre Wäsche, wenn möglich auf einem Wäscheständer auf Balkon oder Terrasse, statt den Trockner zu verwenden. Damit sparen Sie rund einen Euro an Energiekosten pro Ladung. Das führt zu einer jährlichen Ersparnis von rund 150 Euro bei einem durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt!
  4. Wassersparender Duschkopf: Mit einem wassersparenden Duschkopf mit einem Durchlauf von sechs bis neun Liter pro Minute, können Sie im Vergleich zu einem herkömmlichen Duschkopf mehr als ein Drittel des Wassers einsparen. Denken Sie außerdem daran, das Wasser während des Einseifens auszustellen. Mit Duschen sparen Sie im Vergleich zum Baden ohnehin zwei Drittel des Warmwassers ein.
  5. Strahlregler für Armaturen: Auch für Armaturen gibt es Strahlregler, die den Durchfluss auf fünf bis sechs Liter pro Minute reduzieren.
Küche & Kochen
  1. Kühlschranktemperatur erhöhen und Abtauen des Gefrierfaches: Im Kühlschrank ist in der Regel einer Temperatur von 7 °C oder die Stufe 1 oder 2 ausreichend. Damit lässt sich gegenüber einer Einstellung von 5 °C rund 15 Prozent Strom einsparen. Denken Sie außerdem bei Eisbildung im Gefrierfach daran, Ihren Kühlschrank abzutauen. Die Eisschicht kann zu einem Mehrverbrauch von 10 bis 15 Prozent führen.
  2. Energie sparen beim Kochen: Töpfe oder Pfannen sollte nicht kleiner als die Herdplatte sein, da ansonsten Energie verloren geht. Auch durch einen Deckel kann die Garzeit verkürzt und somit Energie gespart werden. Wenn Sie nicht gerade mit Induktion oder Gas kochen, lohnt sich außerdem das Abschalten kurz vor Ende. Die verbleibende Hitze reicht aus, dass Nudeln, Kartoffel & Co. gar werden. Auf das Vorheizen des Backofens können Sie verzichten. Auch kann der Backofen früher ausgeschaltet werden, um die Restwärme zu nutzen. Dampfkochtöpfe sparen außerdem bis zu 60 Prozent Energie ein.
Licht & elektrische Geräte
  1. Wechsel zu LED-Lampen: LEDs verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie wie übliche Glühbirnen und sind zudem noch viel langlebiger. Ein Wechsel lohnt sich also sehr schnell. Bitte achten Sie auf die korrekte Entsorgung alter Leuchtmittel.
  2. Abschaltbare Steckdosenleisten: Auch im Stand-by-Modus verbrauchen Geräte unnötigen Strom. Nutzen Sie deshalb Steckdosenleisten mit Schalter oder funkgesteuerte Steckdosen. Hier können Sie beispielsweise auch eine automatische Abschaltung veranlassen. Dann müssen Sie nicht selbst ans Abschalten denken.
  3. Geräte abschalten: Schalten Sie nicht genutzte Geräte, wie den Bildschirm in der Mittagpause oder den Fernseher auf Stummschaltung, ab.
  4. Energiefresser ersetzen: Ihr Kühlschrank, Ihre Waschmaschine oder Ihr Geschirrspüler sind schon über zwölf Jahre alt und echte Energiefresser? Dann lohnt es sich eventuell, beim Stuttgarter Gerätetausch Effiziente Neugeräte werden hier mit bis zu 150 Euro gefördert. Damit sparen Sie bares Geld und leisten einen echten Beitrag für den Klimaschutz.

Weitere nützliche Energiespartipps finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.